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Die Strecke Hamburg–Berlin verläuft durch fünf Bundesländer: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg
Die Strecke Hamburg – Berlin verläuft durch fünf Bundesländer: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg.

Korridorsanierung Hamburg – Berlin

Die  Strecke zwischen Hamburg und Berlin erstreckt sich über 278 Kilometer und zählt zu den bedeutendsten Städteverbindungen Deutschlands. Täglich nutzen etwa 470 Züge diese Verbindung, darunter Fern-, Nah- und Güterverkehrszüge, und machen sie damit zu einer der meistbefahrenen Strecken im deutschen Bahnnetz. Um den Herausforderungen der hohen Auslastung auch künftig gerecht zu werden sowie den bundesweiten Deutschlandtakt und die digitale Schiene zu ermöglichen, hat die Deutsche Bahn gemeinsam mit dem Bund das bestehende Netz einer Korridorsanierung unterzogen.

Projektüberblick und Zielsetzung

Die Strecke Hamburg – Berlin ist nach der Riedbahn und der Verbindung Emmerich – Oberhausen das dritte Projekt dieser Art: Zwischen August 2025 und Juni 2026 wurde sie vollständig für den Zugverkehr gesperrt, um zahlreiche notwendig gewordene Maßnahmen zur Sicherstellung der langfristigen Verfügbarkeit gebündelt durchführen zu können. Ziel war es, die Verbindung zwischen den beiden größten Metropolen Deutschlands zukunftsfähig zu machen und zusätzliche Kapazitäten für mehr Züge auf der Schiene zu schaffen.

Innerhalb von zehn Monaten wurden zahlreiche Arbeiten an Gleisen, Weichen und Oberleitungen sowie Brücken, Lärmschutzwänden und Durchlässen durchgeführt. Insgesamt wurden 180 Kilometer Gleis und rund 300 Weichen erneuert. Zusätzlich entstanden vier neue Überleitstellen.

Luftaufnahme einer Bahnbaustelle mit Gleisanlagen und umfangreichen Infrastrukturarbeiten im Bereich eines Bahnhofs
Luftaufnahme einer Bahnbaustelle mit Gleisanlagen und umfangreichen Infrastrukturarbeiten im Bereich eines Bahnhofs.

Die Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik wurden teilweise erneuert bzw. im Zuge von Gleisplanveränderungen erweitert oder angepasst. Entlang der Strecke wurden 47 Kilometer Oberleitung erneuert. Außerdem wurden 28 Verkehrsstationen modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Darüber hinaus wurden 6 Kilometer Lärmschutzwände mit einer Höhe von bis zu 6 Metern neu errichtet.

Bus des DB InfraGO Ersatzverkehr durch ecoVista während der Generalsanierung Hamburg-Berlin im brandenburgischen Wustermark
Bus des DB InfraGO Ersatzverkehr durch ecoVista während der Korridorsanierung Hamburg-Berlin im brandenburgischen Wustermark.

Verkehrskonzept und Ersatzverkehre

Um sicherzustellen, dass Reisende und Güter während der Bauarbeiten zuverlässig ans Ziel gelangen, wurde in Zusammenarbeit mit Eisenbahnverkehrsunternehmen und den Ländern ein umfassendes Verkehrskonzept erarbeitet, das im Januar und Februar 2025 vorgestellt wurde. Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Berlin wurden umgeleitet, sodass direkte Verbindungen weiterhin bestehen blieben. Beispielsweise wurden Fernzüge auf der Strecke Hamburg – Rostock/Stralsund über Lübeck umgeleitet, während im Regionalverkehr mehrere Verbindungen bestehen blieben. Darüber hinaus wurde ein umfangreicher Ersatzverkehr mit mehr als 170 Bussen für die entfallenden Regionalzüge eingerichtet.

Rolle der DB E&C und aktueller Stand

Bereits vor der eigentlichen Korridorsanierung wurden erste Instandhaltungsmaßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit und zur Vorbereitung der Infrastruktur durchgeführt. So wurden zwischen dem 16. August und dem 14. Dezember 2024 insgesamt 100 Weichen, drei Durchlässe und insgesamt 74 Kilometer Gleis erneuert. Zudem wurde ein Teil der Festen Fahrbahn ausgetauscht.

Im Rahmen dieser Arbeiten trug die DB E&C maßgeblich zum Projekterfolg bei, insbesondere durch Leistungen in der Planung und im Bereich Umwelt- und Geoservices. Diese umfassten die Planungsleistungen in den Fachgewerken Verkehrsanlagen, Konstruktiver Ingenieurbau, Oberleitungsanlagen, Elektroenergieanlagen sowie Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik.

Umfangreiche Bestandsaufnahmen mittels Multikopterbefliegungen und einer 360° Multisensorplattform ermöglichten eine lückenlose Planung.

Aufgrund sensibler Schutzgüter und angrenzender Schutzgebiete arbeitete das Planungsteam der DB E&C eng mit spezialisierten Umweltplaner:innen zusammen, um die Umweltverträglichkeit der Baumaßnahmen sicherzustellen und alle gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.

Die DB E&C hat in einem Baubereich auch die Ausführungsplanungen erstellt, um den mit der Vergabe der Bau- und Ausrüstungsleistungen entstandenen Zeitverzug zu kompensieren. Dazu gehörte auch die fachtechnische Begleitung während der Baudurchführung durch die Ausführungsplaner:innen im Bauabschnitt in Schleswig-Holstein und Hamburg. Dabei werden Fragen zur Baudurchführung geklärt und fachtechnische Lösungen für Detailthemen erarbeitet.

Derzeit liegt der Fokus auf der Erstellung von Bestandsdokumenten und Unterlagen für die Prüfung der Einhaltung europäischer Vorgaben im Teilsystem Infrastruktur. Weiterhin werden Planungen für Infrastrukturmaßnahmen erstellt, die nachlaufend zur Vollsperrung der Korridorsanierung in sogenannten Instandhaltungs-Containern ausgeführt werden sollen. Hierbei handelt es sich um Zeiträume mit Betriebseinschränkungen, die regelmäßig für Instandhaltungen auf der Strecke Hamburg – Berlin fest eingeordnet sind.

  • Instandhaltung (in Betrieb befindlicher Strecken)
    • Oberbau: Schotteroberbau
    • Länge der Strecke: 280 km
    • Entwurfsgeschwindigkeit: 230 km/h
    • Verkehrstyp: Personenverkehr, Güterverkehr
  • Planung
    • Planungsleistungen in den Leistungsphasen 1 bis 7 der HOAI in den Fachgewerken Verkehrsanlagen, Oberleitung, Elektroenergieanlagen, Konstruktiver Ingenieurbau (Objekt- und Tragwerksplanung), Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik
    • Erstellung der Entwurfsplanungen in 12 von insgesamt 14 Projektabschnitten.
    • Erstellung notwendiger Genehmigungsplanungen in Form von Unterlagen zur Beteiligung der Landkreise unter Einbindung von Umweltfachplanungen zwecks Herstellung Einvernehmen mit den jeweiligen unteren Naturschutzbehörden, Immissionsschutzbehörden und unteren Wasserbehörden
    • Erstellung von Ausschreibungsunterlagen, teils mit funktionalen Komponenten
    • Erstellung von Ausführungsplanungen 
    • Fachtechnische Begleitung während der Baudurchführung
    • Erstellung von Unterlagen für Grundeigentumsrechtliche Regelungen 
    • Erstellung von Trassierungsentwürfe, Weichenskizzen, Schienenbänder
    • Erstellung und Vorhaltung von einheitlichen und georeferenzierten Trassierungsdaten
    • Verknüpfung und Nutzung von verfügbaren digitalen Geländemodellen der Länder mit DB GIS Daten
    • Planlaufmanagement
    • Veranlassung und Koordinierung von Gutachten für Baulärm und baubedingten Erschütterungen
    • Entwicklung und Nutzung von Softwaretools für die automatisierte Kabelplanung
  • Umwelt- und Geoservices
    • Multikopter-Befliegung zur digitalen Bestandserfassung inkl. Flugvorbereitung, -planung und -durchführung, Einholen aller notwendigen (Flug-)Genehmigungen, Befliegung durch zugelassene und ausgebildete Piloten
    • Datenmanagement inkl. Prozessierung der Daten
    • Photogrammetrische Datenauswertung
    • Erstellung und Übergabe georeferenziertes Orthobild (2D), 3D-Punktwolke, DGM (ohne Bruchkanten)
    • Bereitstellung über die X2BIM Online-Plattform
    • Datenintegration
    • Punktwolken aus Zugbefahrung
    • Erstellung von GIS2BIM-Grundlagenmodellen inkl.
      • Geländemodell mit Lichtraumprofilen und Gebäuden, Bahnanlagen EBA-Lärmkarten
      • Flurstücke
      • Orthofotos
      • Altlasten
      • Allg. Bebauung
    • Modellanpassung von bereits erstellten Objekten wie Oberleitungsmaste, Signale und Schaltkästen. ‒ Erstellung von weiteren Objekten wie Brücken, LSW und Bahnsteigen