Fachthemen

Artenschutz rund um die Uhr

03.03.2023 – 09:08

Seit vielen Jahren nimmt die Zahl der Tier- und Pflanzenarten kontinuierlich ab. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschloss 1973 kĂŒnftig jĂ€hrlich am 3. MĂ€rz den Welttag des Artenschutzes zu begehen, um an das Washingtoner Artenschutzabkommen 1973 zu erinnern. Durch das unterzeichnete Abkommen sollen bedrohte und wildlebende Tier- und Pflanzenarten geschĂŒtzt und erhalten werden.

Welttag des Artenschutzes: Waldohreule in Baum

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Sarah Geißler

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Erst Artenschutz, dann Projektrealisierung

Die Realisierung eines Bauvorhabens beinhaltet oft unvermeidliche Eingriffe in Natur und Landschaft. Unsere Umweltexpert:innen achten bereits in der Planung und auch in der Umsetzung von Bauvorhaben auf Artenschutz und entwickeln Ausgleichsmaßnahmen. Eine frĂŒhzeitige und vollstĂ€ndige BerĂŒcksichtigung aller artenschutzrechtlicher Belange ist Voraussetzung fĂŒr entsprechende Planungs– und Genehmigungsverfahren. Bereits im Vorfeld einer Baumaßnahme mĂŒssen fachgutachterliche Untersuchungen zum Artenvorkommen durchgefĂŒhrt werden. Im Rahmen der ArtenschutzprĂŒfung (ASP) nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) wird ermittelt, ob das geplante Vorhaben gegen artenschutzrechtliche Verbote verstĂ¶ĂŸt. Die ASP setzt eine ausreichende Bestandsaufnahme der vorhandenen prĂŒfrelevanten Arten und ihrer Habitate voraus.

FĂŒr die letzte Kartiersaison 2021/22 wurde die DB E&C von der DB Netz fĂŒr insgesamt vier Planfeststellungsabschnitte der Ausbaustrecke (ABS) zwischen Oberhausen und Emmerich am Rhein mit einer umfangreichen Erfassung planungsrelevanter Tierarten beauftragt. Auf rund 30 km Strecke ermittelten unsere Umweltexpert:innen das Vorkommen von Reptilien, Amphibien, SĂ€ugetieren und Vögeln.

Nachts wenn alles schlĂ€ft…


kamen unsere Umweltexpert:innen zum Einsatz. Entlang der ABS wurde nach einer speziellen Artengruppe Ausschau gehalten – den nĂ€chtlichen JĂ€ger, die Eule. Der Untersuchungsbereich durchquerte vielfĂ€ltige Landschaften mit innerstĂ€dtischen bis land- und forstwirtschaftlich geprĂ€gten FlĂ€chen. Dieser abwechslungsreiche Landschaftsraum entlang des Niederrheins ist geprĂ€gt von einer ĂŒberproportionalen Artenvielfalt, unter anderem einem breiten Spektrum an Eulenvögeln, wie z.B. dem
Waldkauz (Strix aluco), der Waldohreule (Asio otus), der Schleiereule(Tyto alba) oder Steinkauz (Athene noctua). Fast alle unsere heimischen Eulenarten gelten in Deutschland als gefĂ€hrdet und sind auf unterstĂŒtzende Maßnahmen angewiesen.

Welttag des Artenschutzes: Steinkauz in Kopfeiche
Der Steinkauz, der Star vom Niederrhein

Eulenkartierung fĂŒr aktiven Artenschutz

Bei der Nachtvogelkartierung wurde das tatsÀchliche Vorkommen an Eulenarten sowie ihre mögliche Betroffenheit durch das Bauvorhaben ermittelt.
Von Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht wurden zur Hauptbalzzeit zwischen Februar und April an zuvor festgelegten Streckenpunkten mittels Klangattrappen Revierrufe der MĂ€nnchen der jeweiligen Art ausgesendet. Befindet sich ein Brutrevier in Hörreichweite, antwortet das ansĂ€ssige MĂ€nnchen dem vermeintlichen Rivalen, um seine PrĂ€senz zu signalisieren und das Revier abzustecken. Diese Methode dient der sicheren Bestandserfassung und ermöglicht eine direkte Verortung des Revieres und kĂŒnftigen Brutplatzes. In den Sommermonaten wurde eine abschließende Eulenkartierungen zum Brutnachweis durchgefĂŒhrt. Hierbei wurden die zuvor im Wirkungsraum festgestellten Revierverortungen auf ein aktuelles Brutgeschehen geprĂŒft und eine mögliche Betroffenheit ermittelt.

Planung von artenschutzrechtlichen Maßnahmen

Das Ergebnis der Bestandserfassung: Im Untersuchungsraum wurden zu schĂŒtzende Tierarten entdeckt. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen planen unsere Expert:innen derzeit Ausgleichsmaßnahmen fĂŒr eine dauerhafte ökologische Erhaltung der Eulenarten, wie z.B. die Errichtung technischer Überflughilfen mit Unterpflanzung heimischer Gehölze, die Erhaltung von nachgewiesenen BrutbĂ€umen, sowie die Schaffung attraktiver großflĂ€chiger AusgleichsflĂ€chen mit der ErfĂŒllung artspezifischer Nist- und NahrungshabitatprĂ€ferenzen.

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