Elektrifizierung der Marschbahn
Die Marschbahn zwischen Elmshorn und Westerland ist eine der zentralen Schienenachsen im Norden Deutschlands und von hoher Bedeutung für den regionalen, nationalen und internationalen Schienenverkehr. Während Teilabschnitte der Strecke bereits elektrifiziert sind, wird der rund 173 Kilometer lange Abschnitt zwischen Itzehoe und Westerland derzeit noch mit Dieseltraktion betrieben. Dies wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit des Betriebs und die betrieblichen Abläufe aus und hat zugleich Auswirkungen auf Umweltaspekte. Insbesondere im durchgehenden Fernverkehr besteht Optimierungspotenzial, da derzeit ein Lokwechsel in Itzehoe erforderlich ist.
Vor dem Hintergrund der verkehrs- und klimapolitischen Zielsetzungen ist die Elektrifizierung der Marschbahn ein wesentlicher Schritt zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Schieneninfrastruktur. Mit der durchgängigen Elektrifizierung sollen bestehende betriebliche Nachteile beseitigt und ein leistungsfähiger, zukunftsfähiger und umweltfreundlicher Bahnbetrieb ermöglicht werden. Das höhere Beschleunigungsvermögen elektrischer Triebfahrzeuge eröffnet zudem Potenziale für Fahrzeitverkürzungen sowie die Einrichtung zusätzlicher Haltepunkte entlang der Strecke.
Das Projekt ist eingebettet in die langfristige Ausbau- und Entwicklungsstrategie der Schieneninfrastruktur der NAH.SH und des Landes Schleswig-Holstein. Im Rahmen der Marschbahnelektrifizierung wird geprüft, ob und in welchem Umfang weitere, für die Marschbahn vorgesehene Infrastrukturmaßnahmen in das Elektrifizierungsprojekt integriert werden können. Ziel ist es, Synergieeffekte in Planung, Genehmigung und Bau zu erzielen, ohne den Umfang des Elektrifizierungsvorhabens unverhältnismäßig zu erhöhen. Die ergänzenden Ausbaumaßnahmen sind daher fester Bestandteil der Leistungen und können optional in weiteren Planungsphasen berücksichtigt werden.
Der Maßnahmenumfang reicht von der Errichtung neuer Abstellanlagen, beispielsweise im Raum Heide, über die technische Ertüchtigung von Streckenabschnitten, Bahnhöfen und Ingenieurbauwerken bis hin zur Einrichtung neuer Verkehrsstationen und der Modernisierung bestehender Bahnsteige. Auch Anforderungen der digitalen Schiene, unter anderem die Berücksichtigung von ETCS Level 2, fließen in die Planung ein. Bestehende Bauwerke werden integraler Bestandteil der Planung.
Im Zusammenspiel mit parallel geplanten Infrastrukturmaßnahmen sowie langfristigen Planfällen bildet das Projekt einen wesentlichen Baustein für die Mobilitätswende in Schleswig-Holstein. Gleichzeitig trägt die geplante Integration erneuerbarer Energien über Umrichterstandorte und Unterwerke zur Umsetzung energie- und klimapolitischer Ziele der Region bei.

Interdisziplinäre BIM-Planung der Strecke Itzehoe–Heide
DB Engineering & Consulting ist für die Strecke Itzehoe – Heide mit BIM-basierten Planungsleistungen beauftragt, die Fertigstellung der Vorplanung ist für Ende 2026 vorgesehen.
Das umfassende, interdisziplinäre Leistungsspektrum deckt sämtliche relevanten Fachdisziplinen der Schieneninfrastrukturplanung ab.
- Projektabschnitt: Marschbahn, Itzehoe bis Heide
- Länge des Streckenabschnitts: ca. 69 km
- Streckenausbau: zweigleisig
- Nutzung: Nah-, Fern- und Güterverkehr
- Anschlüsse an die Strecken 1214, 1215 und 1042
- Infrastrukturumfang:
- 30 Eisenbahnüberführungen, einschließlich denkmalgeschützter Bauwerke
- 15 Straßenüberführungen
- 40 Bahnübergänge
- 9 Betriebsstellen
- 85 Durchlässe
- Anpassungen an drei Verkehrsstationen
- Neubau einer Abstellanlage
- Einbindung einer vorhandenen Oberleitungs-Inselanlage für Akkuzüge
- Umsetzung des Projekts in der BIM-Methodik
- Planung Lph 1+2
- Verkehrsanlagenplanung: Trassierung, Oberbau, Erdbau, Bahnübergänge, Entwässerung, Kabeltiefbau, Straßen und Wege sowie Verkehrsstationen
- Konstruktiver Ingenieurbau: Planung von Brücken, Durchlässen und Stützbauwerken einschließlich der Einbindung vorhandener Bauwerke, wie der denkmalgeschützten Hochbrücke Hochdonn (Länge ca. 2,2 km)
- Oberleitungsanlagen: Neuplanung mit Anbindung an bestehende Anlagen sowie Integration neuer Umrichterstandorte
- Leit- und Sicherungstechnik: Stellwerke und Bahnübergänge
- Telekommunikation im Planungsbereich
- Elektrische Energieanlagen: Anbindung elektrischer Weichenheizanlagen, Stellwerke, Bahnübergänge, Telekommunikationsanlagen und Verkehrsstationen
- Building Information Modelling (BIM)
- BIM-basierte 3D-Planung
- Erstellung und Anwendung der Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) sowie des BIM-Abwicklungsplans (BAP)
- Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE) einschließlich virtueller Datenräume
- Vermessung
- Grundlagenvermessung
- Gleistopologische und gleisgeometrische Prüfungen
- Umwelt- und Geoservices
- Geotechnik
- Georadaruntersuchungen
- Baugrunderkundungen
- Geotechnische Gründungsberatung
- Geotechnische Bauüberwachung
- Umweltplanung
- Umweltverträglichkeitsprüfung
- FFH-Vorprüfungen
- Kartierungen und artenschutzfachliche Beiträge
- Landschaftspflegerischer Begleitplan
- Fachbeitrag Wasserrahmenrichtlinie
- Umweltfachliche Bauüberwachung
- Geotechnik
- Weitere Leistungen
- Elektromagnetische Umweltverträglichkeitsuntersuchungen
- Schall- und Erschütterungsuntersuchungen
- Bauphasenplanung
- Altlastenuntersuchungen
- Kampfmittelerkundung




