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Der Bahnhof als urbaner Ort der Begegnung

19.07.2021 – 06:56

Wie kann ein Betreiber erreichen, dass ein Bahnhof und seine Umgebung zu einem „Ort“ werden, noch bevor der erste Zug fährt? Die California High-Speed Rail Authority (CHSRA) hat das Early Train Operator Team (ETO-Team) der DB Engineering & Consulting USA Inc.* beauftragt, genau dieser Frage nachzugehen und einen Plan für die vorzeitige Aktivierung des Bahnhofsbereichs in der Stadt Fresno zu entwickeln.

Fresno High-Speed Rail Station – eine Oase in einem urbanen Treffpunkt der Innenstadt von Fresno, die öffentlich zugängliche Fußgängerbrücke verbindet zudem die Innenstadt und den Stadtteil Chinatown

Fresno liegt im Central Valley von Kalifornien und ist eine der Städte, die in der ersten Ausbaustufe des künftigen Hochgeschwindigkeitsverkehrsnetzes (HGV-Netz) angebunden werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das etwa acht Hektar große Bahngelände in der Innenstadt von Fresno eine Brache. Auf der einen Seite liegt die Innenstadt (Downtown), auf der anderen der Stadtteil Chinatown. Aufgrund der schwachen örtlichen Marktlage wird es auf absehbare Zeit schwierig sein, neue Ladengeschäfte, Büros oder größere Entwicklungsprojekte im direkten Bahnhofsumfeld anzusiedeln. Aber die Stadt ist sehr ambitioniert und verbindet ihren Ursprung, der in der Erschließung durch die Eisenbahn und in der Landwirtschaft liegt, mit ihrer heutigen multikulturellen Orientierung.

Dazu Margaret Cederoth, Director of Planning and Sustainability der CHSRA: „Der Hochgeschwindigkeitsverkehr ist ein völlig neues Verkehrsangebot und es wird noch einige Jahre dauern, bis die Züge rollen. In der Zwischenzeit ergeben sich Vorteile für alle, wenn wir uns bereits heute um die Bahnhofsstandorte kümmern. Wir möchten, dass die Anwohner und die Menschen in der Region diese als attraktive Orte erleben, noch bevor der erste Zug fährt. In Zusammenarbeit mit den Städten wollen wir auf den Vorzügen der Gegend aufbauen, so dass sie sich mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit gut entwickeln können.“

Multidimensionale Einsichten in die Bahnhofsplanungen in Kalifornien

Gemeinsam mit der CHSRA hat das ETO-Team drei Strategien und einen Realisierungsplan erarbeitet. Dafür wurden sowohl Gestaltungsbeispiele aus den USA als auch aus Deutschland und anderen Ländern herangezogen. Das Ziel lautet, den Menschen vorab Angebote im Bahnhofsgebiet zu machen, die einen Besuch wert sind, sodass sie auch später immer wieder gerne hierherkommen.

  • Einen Ort des Willkommens schaffen
    Temporäre Nutzungen und Veranstaltungen schaffen bereits im Vorfeld einen interessanten Ort. Dafür können vorhandene Gebäude umgenutzt und Grünflächen mit Sitzgelegenheiten und Picknickbereichen, Spiel- und Sportplätze sowie Kunstinstallationen im öffentlichen Raum angelegt werden. Da es im Sommer sehr heiß ist, spielen Schatten- und Wasserelemente hier eine äußerst große Rolle.
  • Den Hochgeschwindigkeitsverkehr vorstellen und erlebbar machen
    Das HGV-Netz in Kalifornien wird das erste in den USA sein. Um das allgemeine Interesse zu wecken, müssen Informationen möglichst einfach und bildhaft zugänglich gemacht werden. Die DB-Informationszentren mit ihren Bürgertreffs und Aussichtsplattformen auf das Baugeschehen können hier als Blaupause dienen. Zu überlegen ist, den HGV-Zug auf Bauzäunen mit Illustrationen vorzustellen, mit begehbaren Mockups und virtuellen Technologien erlebbar zu machen.
  • Aktivitäten, Dienstleistungen und Unternehmen fördern
    Marktorientierte Nutzungen für Dienstleistungen und Gewerbe können Geschäfte in Containern, mobile Imbissstände und Cafés, Konzerte und Feste sein. Aber auch die Projektentwicklung von neuen Gebäuden für Wohnen, Gewerbe und gemeinnützige Einrichtungen für Obdachlose und Gesundheitsdienste oder für Gemeinschaftsgärten sollte ermöglicht werden. All diese Aktivitäten erfordern lokale Partnerschaften.
Temporärer Grünbereich mit mobilem Imbiss und Sitzgelegenheiten

Für die Umsetzung dieser Strategien müssen jetzt die zu Verfügung stehenden Grundstücke und Gebäude auf die jeweilige Machbarkeit und Kosten beurteilt werden. Die richtige Mischung kann das Bahnhofsgelände lange vor der Inbetriebnahme des Bahnhofs als „Ort“ etablieren. Und letztendlich kann die Eisenbahn durch eine vorzeitige Aktivierung des Bahnhofsbereichs zur Transformation der Stadt beitragen und so zu einem wichtigen Partner werden.

*Die DB Engineering & Consulting USA Inc. ist als selbständiges Unternehmen Teil des DB-Konzerns. Sie ist ein Tochterunternehmen der DB US Holding Corporation und wird von einem von dieser Mutter­gesellschaft eingesetzten Board geführt.

Kontakt

Natalie Kendzia
Leiterin
Marketing & Kommunikation
DB Engineering & Consulting
Torgauer Straße 12-15
10829 Berlin
Deutschland
E-Mail030 297-69901

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