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Die Tempomacherin

30.06.2022 – 08:23

Die Deutsche Bahn investiert über 400 Millionen Euro und schafft bis zu 500 Arbeitsplätze im neuen ICE-Instandhaltungswerk in Dortmund. Vorbild für das neue Werk ist das ICE Werk Köln-Nippes.

Arbeitsmodell ICE-Instandhaltungswerk in Dortmund

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Schon 2027 soll das neue ICE-Instandhaltungswerk in Dortmund seinen Betrieb aufnehmen. Ein sportlicher Zeitplan, aber machbar, ist Miriam Kiesel überzeugt. Als Projektleiterin bei der DB Engineering & Consulting (DB E&C) arbeitet die Architektin mit dem Planungsteam, zusammengesetzt aus Planer:innen aller Regionen Nord, Ost, Süd und West, unter Hochdruck daran, dass der Termin eingehalten werden kann. MS Teams-Meetings machen die schnelle überregionale Arbeit möglich.

Projektleiterin des neuen ICE-Instandhaltungswerk in Dortmund: Miriam Kiesel

Miriam Kiesels erste Aufgabe im Projekt: Als Projektleiterin des neuen Instandhaltungswerks in Dortmund Hafen erarbeitet sie in enger Zusammenarbeit mit der Auftraggeberin, der DB Fernverkehr, die Bedarfsplanung und Aufgabenstellung und organisiert die Planung und sorgt dafür, dass alle Beteiligten gemeinsam arbeiten können. „Ich hole die Planungsvorgaben ab und koordiniere mit meinem Leitungsteam die Fachplaner:innen des Planungsteams. Ich lasse die Informationen fließen, verteile Aufgaben und lade kleine Teams ein, um offene Punkte schnell auf kurzem Weg zu klären“, berichtet sie. Ihr erstes Projekt für die Deutsche Bahn? „Nein“, sagt die Architektin. Im Mai 2021 startete Miriam Kiesel bei der DB E&C, unterstützte bei der Planung des neuen Instandhaltungswerks in Cottbus. Erfahrungen, die hilfreich seien für ihre jetzige Aufgabe – ebenso wie ihr vorheriger Job bei einem Bauunternehmen, wo sie an der Planung und Umsetzung verschiedener Bauvorhaben in Werken eines Schienenfahrzeugherstellers beteiligt war.

Ein agiles Projekt in kürzester Zeit über die Bühne bringen

Bei den Planungen für das neue Werk muss ihr Team vor allem eins sein – schnell. Im November 2021 fährt Miriam Kiesel das erste Mal nach Dortmund. Ihr Eindruck, als ihr das Großprojekt vorgestellt wird: „Eine tolle Aufgabe“, sagt die Bau-Expertin. Gereizt habe sie, ein sehr agiles Projekt von Beginn an zu leiten. „Und zwar so, dass wir am Ende dieses Ergebnis in kürzester Zeit schaffen“, erklärt sie.  

Schon im Dezember – nur fünf Wochen nach den Erstgesprächen – trifft der vom DB Fernverkehr unterschriebene Vertrag bei der DB E&C ein. Die Herausforderung: In zehn Monaten muss ein komplettes Planfeststellungsverfahren für die neue Anlage stehen. Als Grundlage dient dem Team eine Machbarkeitsstudie von Schüßler-Plan„ein grobes Gleislayout, das wir schnellstmöglich ausplanen und mit dem Kunden abstimmen müssen, damit wir eine Arbeitsgrundlage hatten“, so Kiesel. Für die Gebäudeplanungen wurden zunächst die Bestandsunterlagen – und die Pläne des ICE-Werks in Köln-Nippes gesammelt und geprüft. „Der DB Fernverkehr möchte, dass wir das Kölner Werk, das ebenfalls von der DB E&C geplant wurde, möglichst 1:1 auf Dortmund projizieren, damit wir den straffen Zeitplan einhalten können“, sagt sie.

Werk nach Maß

Im Projektverlauf hat sich jedoch gezeigt, dass Köln nicht 1:1 auf Dortmund übertragen werden kann. Für das neue Werk haben sich einige Änderungswünsche zum Kölner Vorbild und gegenüber dem ursprünglichen Gleislayout ergeben. Das setzt das Planungsteam unter Druck – denn der Abgabetermin des Planfeststellungsantrags soll weiterhin unbedingt eingehalten werden.

Insbesondere die finale Abstimmung zu Betriebsabläufen und maschinentechnischen Vorgaben hat es in sich. Frau Kiesel lässt sich trotz Zeitdruck den Spaß am Job nicht nehmen: „Bei jedem Zug-Typ gibt es Unterschiede, für jede ICE-Baureihe unterschiedliche Anforderungen. Diese Spezifizierungen zusammenzubringen und daraus ein Werk entstehen zu lassen, das möglichst flexibel ist, finde ich sehr spannend.“

Momentan wird nach einem Design Freeze des Geländelayouts und der Gebäude-Kubaturen im April die technische Planung im gesamten Fachteam ausgearbeitet. Die Liste der Aufgaben ist lang. Unter anderem müssen statische Energiekonzepte erstellt, Gleise trassiert und die Statik der Hallen bemessen werden. „So haben wir Anfang Juni hoffentlich einen abgestimmten Plan“, sagt Kiesel. Weitere Meilensteine sind die Entwurfsplanung bis Frühjahr 2023, die Ausführungsplanung bis Ende 2024 und der Baubeginn Anfang 2025. Zu schaffen? „Ja“, meint Frau Kiesel, die Zusammenarbeit mit der DB Fernverkehr laufe schließlich sehr gut.


Über das ICE-Werk Dortmund-Hafen

Geplanter Standort des neuen ICE-Instandhaltungswerk in Dortmund

Das neue ICE-Instandhaltungswerk in Dortmund entsteht westlich des Dortmunder Hafens auf der brachliegenden Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs. Zur Anlage gehören eine über 450 Meter lange Wartungshalle und vier Gleise. Bis zu 17 ICE-Züge pro Tag werden dort ab 2027 wieder fit für die Schiene gemacht. Das 11. Instandhaltungswerk von DB Fernverkehr soll zu 100 Prozent CO2-neutral betrieben werden und sich aus erneuerbaren Energiequellen – etwa Solarthermie für Heizung und Warmwasser – speisen. Automatisierung sowie intelligente Gebäudetechnik und -steuerung sorgen für einen möglichst geringen Energieverbrauch. Über 400 Millionen Euro investiert die DB in das Werk und schafft bis zu 500 neue Arbeitsplätze in Dortmund.

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