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Großprojekte an Rhein und Ruhr: Neues Netz für Westdeutschland

11.08.2022 – 14:38

2022 investiert die Deutsche Bahn allein in Nordrhein-Westfalen zwei Milliarden Euro in die Schiene. Von Westfalen bis ins Rheinland, vom Ruhrgebiet bis zur niederländischen Grenze werden Strecken ausgebaut, Bahnhöfe modernisiert und Verkehrsknoten fit für die Zukunft gemacht.

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Natalie Kendzia
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Mehr Gleise für den europäischen Güterverkehr

Die Bahnstrecke Emmerich-Oberhausen (Ausbaustrecke 46/2), umgangssprachlich auch als „Betuwe-Linie“ bekannt, ist die zentrale Verbindung zwischen den niederländischen Nordseehäfen und dem Ruhrgebiet. Als Teil des Rhein-Alpen-Korridors, der von Rotterdam bis Genua reicht, ist sie eine wichtige Lebensader für den europäischen Güterverkehr. In insgesamt mehreren Bauabschnitten wird die Strecke umfassend modernisiert und umgebaut. Die Dimensionen sind beeindruckend: Die rund 73 Kilometer lange Strecke wird dreigleisig ausgebaut, stückweise sogar um ein viertes Gleis ergänzt. Bahnübergänge werden entfernt, durch neue Brücken ersetzt und zwölf von insgesamt 15 Bahnhöfen und Haltepunkten umgebaut. Neben vielen weiteren Maßnahmen war unter anderem die Verschiebung eines 10.000 Tonnen schweren Brückenstücks im Sommer 2021 Teil des Vorhabens. Mit einem modernen Elektronischen Stellwerk (ESTW) wurde die Leit- und Sicherungstechnik auf den neuesten Stand gebracht. Auch das Stromwechselsystem an der deutsch-niederländischen Grenze wurde auf durchgehenden Wechselstrombetrieb umgestellt. Durch Blockverdichtungen können künftig auf der Strecke mehr Züge in kürzeren Abständen fahren – das macht nicht nur den Güter-, sondern auch den Personenverkehr effizienter. Letztendlich wird auf der Strecke European Train Control System (ETCS) auf der Strecke installiert. DB Engineering & Consulting unterstützt die Baumaßnahmen im Auftrag von DB Netz in allen Bereichen: unter anderem mit Leistungen in der Objekt- und Fachplanung, der Bauüberwachung und Baubetriebsplanung sowie in der Umweltplanung.

Brückeneinschub auf der Bahnstrecke Emmerich-Oberhausen

Ein moderner Hauptbahnhof für Duisburg

Der Duisburger Hauptbahnhof wird seit mehreren Jahren schrittweise instandgesetzt. Empfangsgebäude und Personentunnel wurden bereits erneuert, nun übernimmt DB Engineering & Consulting die technische Federführung und begleiten in einer Ingenieurgemeinschaft (InGe) alle Bauüberwachungsleistungen sowie  die Umwelt- und Geo-Services bei der weiteren Modernisierung des Bahnhofs. Für insgesamt 260 Millionen Euro entsteht eine neue Gleishalle mit sechs Bahnsteigen und einer neuen Oberleitungsanlage. Ein wellenförmig geschwungenes Glasdach wertet das Gebäude im Stadtbild optisch auf. Neue Wege- und Blindenleitsysteme sowie ein modernes Beleuchtungs- und Beschallungskonzept sorgen für einen angenehmen Aufenthalt im Bahnhof. Der Bau soll Ende 2022 beginnen.

Ein klimafreundliches ICE-Werk für Dortmund

Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs im Dortmunder Hafen entsteht bis 2027 ein CO2-neutrales ICE-Werk. In der 450 Meter langen Halle mit vier Wartungsgleisen kann künftig an bis zu 17 ICE am Tag gearbeitet werden. Das Werk soll die gesamte Bandbreite der sogenannten betriebsnahen Wartung abdecken. Dazu zählen neben der Innen- und Außenreinigung auch die Ver- und Entsorgung sowie Entstörungarbeiten. DB Engineering & Consulting plant und begleitet das gesamte Bauvorhaben – von der Wartungshalle bis hin zu Fahrradstellplätzen für die Mitarbeitenden. Dazu gehören Leistungen in den Bereichen Hochbau, maschinentechnische Anlagen und technische Gebäudeausrüstung, in der Energie- und Wärmeversorgung und der Leit- und Sicherungstechnik. Die Deutsche Bahn investiert 400 Millionen Euro in den Neubau, der rund 500 Arbeitsplätze schaffen wird.

Zwei neue ESTW für Köln

Mit mehr als 1.300 Zugfahrten am Tag gehört der Kölner Hauptbahnhof zu den wichtigsten Knotenpunkten im deutschen und europäischen Schienenverkehr. Schon jetzt ist er oft zu 100 Prozent ausgelastet – in Zukunft werden die Anforderungen weiter steigen. Deshalb entstehen in Köln bis 2025 zwei neue ESTW – das ESTW Köln Hbf und das ESTW Linke Rheinseite. Das Stellwerk Köln Hbf wird zunächst für den S-Bahn-Verkehr in Betrieb genommen. Bis 2024 wird es dann zur Unterzentrale (ESTW-UZ) aufgerüstet, während gleichzeitig eine zweite Unterzentrale für den Fernverkehr entsteht.

Das zweite Stellwerk wird auf der linken Rheinseite errichtet und ersetzt die bisherige Stellwerkstechnik der Bahnhöfe Köln-West, Köln-Süd und Hürth-Kalscheuren. Darüber hinaus entstehen neue Telekommunikationsanlagen, Weichenheizstationen und Oberleitungen. Die neue Stellwerkstechnik stärkt die Strecke gleich in mehrfacher Hinsicht: Künftig fahren die Züge dank gesteigerter Taktung öfter und pünktlicher. Gleichzeitig wird die Signaltechnik leistungsfähiger und weniger störanfällig, was für mehr Flexibilität im Betriebsalltag sorgt. DB Engineering & Consulting teilt sich die Bauüberwachungsleistungen (u.a. Bauüberwachung, Baubetriebsplanung, geotechnische Beratung) zu gleichen Teilen mit der Vössing Ingenieurgesellschaft. Für das ESTW Köln Hbf erbringen wir außerdem die Fachplanung der Leit- und Sicherungstechnik.

Bessere Mobilität mit dem Rhein-Ruhr-Express

Im bevölkerungsreichsten Bundesland nutzen jeden Tag mehrere Millionen Menschen den Regionalverkehr – dabei gelangt die Streckenkapazität auf der Kernstrecke Dortmund – Düsseldorf – Köln regelmäßig an ihre Grenzen: Weil sich Fern-, Regional- und Güterverkehr Gleise teilen müssen, kommt es immer wieder zu Verspätungen. Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) soll das Mobilitätsangebot für die Reisenden und Pendelnden in der Metropolregion deutlich verbessern: Künftig verkehren sieben RRX-Linien alle 15 Minuten zwischen Köln und Dortmund – und schaffen über die Außenäste auch Anbindungen an andere Landesteile wie dem Münsterland oder Ost-Westfalen-Lippe. Die Realisierung des RRX erfordert einen umfangreichen Umbau der Infrastruktur in einem Streckenabschnitt von 120 km Länge. Der vier- bis sechsgleisige Ausbau sowie zahlreiche neue Weichenverbindungen sorgen für die nötige Flexibilität in der Betriebsabwicklung. Mit dem einher gehen auch zahlreiche Baumaßnahmen in den Stationen an der Strecke, aktive und passive Schallschutzmaßnahmen, Erneuerung von Eisenbahnüberführungen und Anpassung der gesamten bahntechnischen Streckenausrüstung, etwa durch den Neubau des Elektronischen Stellwerks (ESTW) Düsseldorf. DB E&C hat in diesem wichtigen Infrastrukturprojekt umfangreiche Generalplanungs– und Umweltleistungen übernommen, begleitet mit der Bauüberwachung aber auch die Realisierung der ersten Bauabschnitte, z.B. vor Ort in Leverkusen und Langenfeld.

Die genannten Projekte sind nur einige Beispiele für die zahlreichen Bauvorhaben, mit denen DB Engineering & Consulting im Westen Deutschlands einen Beitrag zur Starken Schiene leistet.

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